Tag 40   Hildesheim nach Sehnde

Das Frühstück im Hotel ist echt gut und außerdem habe ich noch ein wenig Gestaltenfasching, da einige der Gäste heute noch zu Tag 2 des Festivals wollen. Ich suche die Bushaltestelle und der Bus ist auf die Minuten pünktlich. Im Bus checke ich komoot. Heute alles flach.

In Hildesheim entscheide ich mich 2 Stationen mit dem Bus vom Bahnhof in Richtung Flugplatz zu nehmen, da die Nordstadt ohnehin außer Wohnblocks nicht zu bieten hat. Außerdem kann ich so noch ein bisschen Fasching genießen. Die Festivalbesucher steigen mit mir aus und wir haben ein Stück den gleichen Weg.

Vom Bus am Flugplatz vorbei marschiere ich parallel zur B6 bis zum Stichkanal des Mittellandkanals nach Hildesheim. Komoot meint es gut mit mir und lässt mich auf dem nördlichen Ufer gehen. Dies stellt sich später als wenig klug für heute raus, da dies die Uferseits ist, die immer in der Sonne liegt und es wird 35°C im Schatten, den die Wasserstraße natürlich nicht bietet. Dafür ist der Weg meist eben, führt immer am Kanal entlang und ist kaum zu verfehlen. Lasse das Waser rechts von dir, ist die Devise von mir.

Immer geradeaus unterquere ich erneut die A7. Wie oft ich die schon gequert habe? Viel los ist auf dem Kanal nicht gerade. Lediglich ein holländisches Binnenschiff kommt mir den ganzen Tag entgegen. Ich habe Zeit, so vertrödle ich viel Zeit bei den spärlichen Schattenplätzen oder halte einen Plausch mit den Anglern am Ufer, die tatsächlich was (Rotfedern) gefangen haben. Rübenflächen breiten sich weiträumig an meiner Seite aus. Wird an der anderen Seite nicht andern sein, aber die seh´ ich des Kanaldeichs wegen nicht. Über den Kanla gehen natürlich ein Vielzahl Bahn- und Straßenbrücken. Eine wird, vermutlich an die berühmte Dresdner Brücke „Blaue Brücke“ genannt. Sie ist blau angestrichen und sieht der in Dresden tatsächlich ein wenig ähnlich. Aber sehen nicht alle Eisen- oder Stahlbrücken sich irgendwie ähnlich?

Genug in der Sonne gewandert. Ich entscheide mich den Kanalpfad zu verlassen, immer im Wissen, ich darf mich nicht verlaufen oder zu weit weg, muss ich doch vor Sehnde noch den Mittellandkanal überqueren. Glücklicherweise sind Wiesenweg im Schatten der Baumreihe, man hört die A7 und die Bahnlinie, meist Güterzüge dem Geräusch nach, in der Ferne. Aber die Bäume geben Schatten. Irgendwann kommt mir eine Gruppe Spaziergänger mit Hunden entgegen. Alles klar. Einer trägt ein T-Shirt mit dem Aufdruck Hundeschule. Begleitetes Gassigehen, schmunzle ich. Ab und „erklimme“ ich steil bergauf den Kanal, um zu sehen, ob ich ein Schiffchen entdecke.

Kurz bevor ich den Mittellandkanal erreiche, sehe ich Feuerwehrleute mit mehreren Fahrzeugen mit Blaulicht eine Brand auf einem Stoppelfeld löschen. Alles perfekt abgesichert. Da der beißende Rauch über meinem Weiterweg zieht, bleibe ich beim Sicherungsposten stehen. Ich frage, ob das echt ist, die Brandfläche liegt mitten im Feld und ist ziemlich klein und erfahre, dies sei eine Übung, aber die reiche schon aus. Es dauere doch geraume Zeit, bis alles Aus ist. Ich bedanke mich und als der Wind dreht, setzt ich meinen Weg fort. Wenig später erreiche ich am Orteingang von Sehnde den Mittellandkanal. Von der Brücke sehe ich eine Art Ladepunkt am Kanal. Kein Wunder, überragt doch der alte Kaliberg Sehnde schon von weitem. Kali ideales Schüttgut für Schiffsfracht.

Heute bin ich nach knapp 3 Stunden reiner Gehzeit und gut 18 Kilometern Strecke mit noch 130 Höhenmetern Anstieg wieder nach Sehnde gekommen.

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